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Girlitz

25.03.15

Der Girlitz (Serinus serinus) gehört zur Familie der Finkenvögel; damit zur Unterordnung der Singvögel und zur Ordnung der Sperlingsvögel. Das zierliche und bewegliche Vögelchen ist erst im vorigen Jahrhundert von Südwesten her über Lothringen, das Rheintal und Hessen in Deutschland eingewandert.

Unser Girlitz ist eine geographische Rasse des auf den Kanarischen Inseln lebenden wilden Kanarienvogels. Er wiegt nur 11 bis 13 g und ist unser kleinster Körnerfresser neben dem Zeisig. Wie das Bild zeigt, sind die Geschlechter verschieden gefärbt.

Im Freien wird man den Girlitz an seinem zierlichen Bau, an dem betont gelben Bürzel und an dem winzigen Schnäbelchen von anderen ähnlich gefärbten Singvögeln unterscheiden können, besonders aber an seiner Stimme.
Sein Lockruf ist ein schnelles klirrendes „Girlitt", wovon sein Name entlehnt ist. Außerdem singt das Männchen anhaltend ein schwirrend sirrendes Lied, das aus R-, S-, L- und I-Lauten besteht und manchmal noch eine perlende Tonreihe enthält. Nach diesem Gesang hat man den Girlitz auch Hirngrill genannt, und böse Zungen sagen, dass das Lied sich wie ein quietschender Kinderwagen anhöre. Es wird mit viel Ausdauer unter stetem Hin- und Herwenden des Kopfes im flatternden Balzflug sowohl als auch zur Revierverteidigung vorgetragen. Die Girlitze gehören zu den beliebtesten und ausdauerndsten Stubenvögeln. Mit feinen Sämereien sind sie leicht zu ernähren, in größeren Käfigen auch zu züchten. Da sie sehr nahe verwandt mit dem Kanarienvogel sind, lassen sie sich, besonders die Weibchen, leicht mit ihm verpaaren. Die Bastarde zwischen beiden Vögeln erweisen sich als unbegrenzt fruchtbar miteinander. Diese Art der Zucht ist, so denke ich, heute nicht mehr zeitgemäß. Die Reinzucht dieses „quirligen“ Vögelchens sollte auf jeden Fall vorgezogen werden.

Ende März kehrt der Girlitz aus Südeuropa in seine Heimat zurück. Er lässt sich in der Nähe menschlicher Siedlungen vor allem in Parks und Gärten nieder, wo täglich sein zarter, zwitschernder Gesang ertönt. Das Männchen sitzt mit Vorliebe auf dünnen Zweigen oder Telegrafendrähten. Nach Beendigung der Nistzeit schließen sich die Girlitze zu kleinen Schwärmen zusammen und sammeln die Samen von Vogelmiere, Hirtentäschelkraut, usw., die sie vor dem Verzehren abschälen.Im Oktober treten sie dann den Zug in ihre Winterquartiere an. Der Girlitz bewohnt heute bereits fast ganz Europa mit Ausnahme Englands und Skandinaviens.