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Elster

10.03.15

Die Elster-Population in besiedelten Gebieten hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Dass der etwa 46 Zentimeter große Rabenvogel die Nähe zum Menschen sucht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der natürliche Lebensraum der Tiere mehr und mehr zerstört und die Elster ihrer Nahrungsgrundlagen beraubt wurde. Statt auf Feldern, versucht der Vogel mit dem schillernden Gefieder nun, seine Nahrung in den Städten zu finden.

Die Elster unterliegt, wie alle europäischen Vogelarten, dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie, so der NABU in seinem Online-Auftritt. Danach darf man die Tiere weder fangen, verletzen noch töten. Das Vertreiben aus dem eigenen Garten ist daher so gut wie unmöglich. Allerdings können Sie schützende Maßnahmen ergreifen, um Ihren Garten für Elstern ungemütlich zu gestalten.

In einem wilden Garten finden erwünschte Singvögel gute Verstecke, die von den Elstern weder leicht entdeckt noch ausgeraubt werden können. Zusätzlich können Sie Nistkästen mit kleinen Öffnungen anbringen, sodass die Rabenvögel nicht an die Eier und Jungvögel anderer Vogelarten gelangen können. Besitzen Sie einen Komposthaufen sollten Sie diesen mit einer Plastikplane abdecken oder einen verschließbaren Kompostbehälter kaufen.

Elstern sind keine Zugvögel, sondern verbringen den Winter in heimischen Gefilden. Dank dem reichen Nahrungsangebot in den Städten besteht auch gar keine Not fortzuziehen, schließlich sind die Vögel bei der Wahl ihrer Nahrung nicht anspruchsvoll: Sie fressen neben Insekten auch Speisereste aus Abfallbehältern oder Aas. Außerdem legt der intelligente Rabenvogel für den Winter Futterverstecke an.

Gemeinsam kümmert sich das Paar jedes Jahr im Februar um den Bau des gemeinsamen Nests, um den Nachwuchs großzuziehen. In der Regel entsteht die kugelrunde Reisigbehausung in den Kronen der höchsten Bäume und wird von viel Vogelgeschrei begleitet. Die Vögel haben Brutreviere und verteidigen diese mit ihrer lautstarken Vogelstimme. Die Elster ist ein Singvogel. Der charakteristische Ruf der Elster, auch Schackern genannt, ist leicht zu erkennen. Mit dem Warn- und Alarmruf warnen sich die Tiere gegenseitig vor Feinden. Die Brutzeit ist einmal im Jahr zwischen April bis Juni.

Doch was ist eigentlich dran an dem Gerücht, dass Elstern diebisch sind und alles fortschleppen, was funkelt und glitzert? Eine räuberische Veranlagung ist nicht die Ursache für dieses Verhalten. Es ist zwar tatsächlich zu beobachten, kommt aber seltener vor, als gemeinhin behauptet wird. Funkelnde Gegenstände wecken ihre Neugier und die gleichen Instinkte wie bei der Nahrung. Nur hin und wieder tragen die Vögel den Gegenstand tatsächlich fort, inspizieren ihn und verstecken ihn dann.