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Heuschrecken

01.10.15

Heuschrecken sind nicht nur als Insekten wechselwarm, also von der Außentemperatur abhängig, sondern auch kälteempfindlicher als andere heimische Insekten, da sie überwiegend aus wärmeren Erdzonen stammen, etwa dem Mittelmeerraum. Morgens müssen sie sich also zunächst in der Sonne erwärmen, um auf die nötige "Betriebstemperatur" zu kommen.

 
Feldschrecken liegen dann manchmal auf der Seite, um mit voller Breitseite Sonnenenergie zu tanken; später, wenn ihre Körper ebenso warm wie der Boden und die Umgebungsluft sind, sitzen sie aufrecht mit Körperachse und Kopf in Richtung Sonne, so daß die Sonnenstrahlen nur unter ihrem Körper einen langen Schatten werfen und nur dessen Seiten noch streifen.

Auf der Suche nach Nahrung krabbeln Heuschrecken im Gras oder Blätterwerk. Die kürzfühligen Feldschrecken (Caelifera) bewegen sich dabei oft ruckartig fort oder hüpfen wenige Zentimeter zum nächsten Halm; die langfühligen Laubschrecken (Ensifera) hingegen sieht man oft mit ihren langen Beinen gemächlich "staksen" und nur selten springen.
Hohe und weite Sprünge mittels der großen und kräftigen Hinterschenkel dienen der Überwindung größerer Distanzen, besonders auf der Flucht. Die Flügel werden (wenn vorhanden) oft nur widerwillig bzw. erst dann benutzt, wenn die Sprungbeine nicht weit genug tragen. Im Verhältnis zu ihren Körpergrößen von kaum mehr als 2 cm sind 2-m-Sprünge eine ganz außergewöhnliche Leistung, die allenfalls noch vom winzigen Floh (Sprungweite: 60 cm) übetroffen wird.


Der Flugstart einer Heuschrecke beginnt nicht, wie bei einem Käfer, langsam von einem (erhöhten) Standort aus mit dem Anheben der Flügeldecken und Ausbreiten der Hinterflügel, sondern nach dem Absprung, wodurch der Sprung erheblich verlängert wird. Feldschrecken können aber auch regelrechte Balzflüge vollführen. Im Flug schlagen Heuschrecken, anders als Käfer, auch ihre Vorderflügel, allerdings weniger als die Hinterflügel. Diese sind bei einigen Ödlandschrecken (Locustinae) auffällig rötlich oder bläulich gefärbt.