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Hummeln

23.09.15

Anders als bei der Honigbiene, wo immer auch einige Arbeiterinnen den Winter überleben, sterben bei den Hummeln außer der bereits begatteten Jungkönigin alle anderen Tiere im Herbst ab. Im zeitigen Frühjahr gehen die Königinnen auf die Suche nach einem Nistplatz, an dem sie ein neues Hummelvolk gründen können. Dazu werden Totholzhaufen, Steinspalten und Mäuselöcher gründlich inspiziert, manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen. 

Dabei zehren die Jungköniginnen zunächst noch von Nahrungsvorräten aus dem Vorjahr, den sie in ihrem Honigmagen eingelagert haben. Bald aber sind die Vorräte aufgebraucht und dann ist es wichtig, dass rechtzeitig und in ausreichendem Maß nektarspendende Blüten zur Verfügung stehen. Zur Entwicklung der Eierstöcke fressen die Königinnen außerdem auch Blütenpollen.

Einige Hummelarten können selbst in alpinen und arktischen Regionen überleben, weil ihr massiger Körper eine relativ geringe Oberfläche aufweist. Durch ihre Flugmuskulatur, besitzen sie eine ausgeklügelte Heizung und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen. Dennoch machen Schlechtwetterphasen unseren heimischen Hummeln stark zu schaffen - auch weil dann viele Pflanzen ihren Blüten nicht öffnen und Nahrungsmangel herrscht.

Findet man eine entkräftete Hummelkönigin im Garten oder auf der Terrasse, lässt sich dem Tierchen recht einfach helfen. Man kann Ihre Majestät mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten. Innerhalb einiger Minuten kann sich die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie betanken. Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

Ist ein neues Quartier gefunden, baut die Königin ihre erste Wabe, legt einige erste Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen, den sie an Blüten sammelt. Für sich selbst braucht sie Nektar, den sie als Schlechtwettervorrat zu Honig umwandelt und in Wachstöpfchen lagert.

Gerne nehmen Hummeln menschengemachte Nistkästen an. Solche Unterkünfte lassen sich problemlos selbst basteln, auch der Fachhandel bieten Nistkästen an. Die Ansprüche der Hummelarten sind so unterschiedlich, dass es sinnvoll ist, unterschiedliche Nisthilfen herzurichten. Der Erdhummelkasten wird eingegraben und mittels einer Röhre mit der Oberfläche verbunden.

Generell ist eine naturgerechte, abwechslungsreiche Gartengestaltung besser als jede Nisthilfe. Viele Nisthilfen können auch von Parasiten wie den gefürchteten Wachsmotten heimgesucht werden und demotivieren somit schnell jeden Hummelfreund. Das oft empfohlene Eingraben von Blumentöpfen als Nisthilfe hat den Nachteil, dass diese in kürzester Zeit feucht und klamm werden können, mit Wasser vollaufen und dann oftmals nur von Schnecken bewohnt werden. Eine liegende Anordnung der Töpfe an trockenen Stellen, etwa beim Bau einer Trockenmauer, ist aber unproblematisch. Damit diese auch von Hummeln angenommen werden, müssen die Töpfe mit Nistmaterial gefüllt werden.